Der Marketing-Blog für KMU und Einzelunternehmer*innen

15. April 2026

Marketing im Handwerk: So findest Du Aufträge in Deiner Region

von Franziska Maria Schade

Als selbstständige*r Handwerker*in weißt du: Gute Arbeit allein reicht nicht, um Aufträge zu bekommen – Du musst Marketing auch im Handwerk betreiben. Gerade in der Anfangsphase oder wenn die Auftragslage dünn wird, stellt sich die Frage: Wo kommen die nächsten Aufträge her? Die gute Nachricht: Es gibt viele Möglichkeiten!

Eine junge Frau arbeitet mit Holz. Sie konzentriert sich auf ihr Kerngeschäft und hat keine Zeit für Marketing im Handwerk.
Volle Konzentration auf Dein Kerngeschäft: Mit diesen Maßnahmen wird Marketing im Handwerk einfach und verschafft Dir langfristig Aufträge. Foto: Los Muertos Crew/Pexels

In diesem Artikel zeige ich Dir, mit welchen konkreten Maßnahmen Du als Handwerker*in in deiner Region Aufträge finden kannst – von öffentlichen Ausschreibungen über Kooperationen bis hin zu digitaler Sichtbarkeit.

Marketing im Handwerk: Aktiv oder passiv werben?

Bevor wir in die einzelnen Maßnahmen einsteigen, lohnt ein kurzer Blick auf das große Ganze: Grundsätzlich kannst Du auf zwei Wegen an Aufträge kommen.

Aktive Maßnahmen: Du gehst auf potenzielle Kunden und Kooperationspartner*innen zu. Du bewirbst Dich auf Ausschreibungen, nimmst Kontakt zu Hausverwaltungen auf oder sprichst lokale Ansprechpartner*innen direkt an. Das kostet Zeit, zahlt sich aber gerade am Anfang schnell aus. Außerdem hilft es Dir dabei, wertvolle Kontakte aufzubauen und Dir in Deiner Region einen Namen zu machen.

Passive Maßnahmen: Sie sorgen dafür, dass Kunden auf Dich aufmerksam werden – ohne dass Du aktiv auf sie zugehen musst. Dazu gehört Deine Website aber auch Social-Media-Auftritte, Flyer oder Plakate. Diese Marketing-Maßnahmen zahlen allerdings eher langfristig auf Deine Sichtbarkeit ein. Sie bringen Anfragen direkt zu Dir, bis sie wirken, dauert es aber in der Regel ein wenig.

Die beste Strategie für erfolgreiches Marketing im Handwerk ist eine Kombination aus beidem: Aktive Maßnahmen bringen kurzfristig Aufträge, passive Kanäle sorgen dafür, dass Du auch dann gebucht wirst, wenn gerade keine Ausschreibungen laufen.

> Warum Du jetzt mit Marketing starten solltest - auch wenn die Auftragsbücher gerade voll sind

Grundsätzlich solltest Du gerade am Anfang mehr Zeit in aktive Maßnahmen investieren, um erstmal Fuß zu fassen. Investiere 70 Prozent der Zeit, die Du für Dein Marketing eingeplant hast, in aktive Maßnahmen. Die restlichen 30 Prozent, investierst Du in passive Maßnahmen, wie den Aufbau Deiner Website. Hast Du pro Woche 10 Stunden Zeit für Werbung, landest Du also bei 7 Stunden für Ausschreibungen und Co. und bei 3 Stunden für Social Media und Website.

Öffentliche Ausschreibungen: Sichere Bezahlung, große Projekte

Öffentliche Auftraggeber – also Städte, Gemeinden und Behörden – sind für viele Handwerker*innen besonders attraktiv: Die Bezahlung ist sicher, die Projekte oft größer und längerfristiger. Wer sich hier einen Platz sichert, kann die Auftragslage über Monate stabilisieren.

Öffentliche Stellen sind gesetzlich verpflichtet, Aufträge auszuschreiben – das bedeutet, dass Du als Handwerker*in die Möglichkeit hast, Dich ganz offiziell zu bewerben. Die Bewerbung läuft über spezielle Portale, von denen einige kostenlos, andere kostenpflichtig sind. Ein Portal, auf dem Du für jede Region passende Ausschreibungen findest ist beispielsweise dass Deutsche Ausschreibungsblatt.

Der Nachteil: Bewerbungen auf Ausschreibungen kosten Zeit und sind oft mit viel Papierkram verbunden. Wer sich hier regelmäßig bewirbt, sollte sich Vorlagen anlegen, um den Aufwand für diesen Teil des Marketings im Handwerk zu reduzieren.

Marketing im Handwerk über Online-Plattformen: Aufträge dort finden, wo Kund*innen suchen

Neben öffentlichen Ausschreibungen gibt es eine Reihe von Online-Plattformen, über die du direkt an Aufträge kommen kannst. Diese Kanäle richten sich vor allem an Privatleute und kleine Gewerbetreibende.

  • eBay Kleinanzeigen: Viele Menschen suchen hier nach Handwerker*innen für kleinere und mittlere Aufgaben. Ein gepflegtes Profil mit Fotos, Bewertungen und klarer Leistungsbeschreibung macht den Unterschied.
  • Aroundhome.de: Die Plattform bringt Anfragen direkt zu Dir – allerdings wird eine Gebühr fällig, wenn ein Auftrag zustande kommt. Für viele lohnt sich das trotzdem, weil die Anfragen zielgerichtet sind.
  • nebenan.de (Gewerbeprofil): Das Nachbarschaftsnetzwerk eignet sich gut für lokales Marketing. Über ein Gewerbeprofil kannst Du Dich gezielt in Deiner Region präsentieren und Empfehlungen sammeln. Das ist besonders dann wichtig, wenn Du einen beschränkten Radius hast und keine stundenlangen Fahrten auf Dich nehmen möchtest.

Kooperationen aufbauen: Dein Netzwerk ist Dein größtes Kapital

Wer langfristig gut ausgelastet sein möchte, kommt an einem soliden Netzwerk nicht vorbei. Einige Kooperationspartner*innen können besonders wertvoll sein:

Hausverwaltungen, Baugesellschaften und Architekt*innen

Sie alle sind regelmäßig auf verlässliche Handwerker*innen angewiesen – sowohl für Neubauten als auch für die Instandhaltung bestehender Gebäude. Du kannst sie direkt kontaktieren und Dein Angebot vorstellen. Eine kurze, professionelle Vorstellung per E-Mail oder ein persönliches Gespräch können Türen öffnen, die sich über Plattformen nie ergeben würden.

Mein Tipp: Erstelle spezielle Flyer oder Kurz-Präsentationen, die Du gezielt für diese Zielgruppe entwickelst – das zeigt Professionalität und macht deutlich, dass Du ihre Bedürfnisse verstehst.

Der Baumarkt sollte nicht nur Deine erste Anlaufstelle für Material, sondern auch für Dein Marketing im Handwerk sein. Foto: Oxana Melis/Unsplash

Baumärkte

Hornbach, Hellweg und Obi sollten nicht nur Deine Anlaufstelle sein, wenn Du neues Material brauchst, sondern können auch ein wichtiger Partner für neue Aufträge sein. Viele Baumärkte bieten Privatkund*innen die Vermittlung von Handwerker*innen an. In den Pool kannst Du Dich meistens sogar schnell und einfach aufnehmen lassen.

Allerdings kommt es hier ein bisschen drauf an, in welchem Handwerk Du tätig bist. Wer mit Holz arbeitet, Fliesen verlegt oder im Garten- und Landschaftsbau tätig ist, hat hier gute Karten. Schwieriger wird es für Gewerke, wie z. B. Dachdecker*innen, da die Kund*innen sie direkt beauftragen und nicht den Umweg über einen Baumarkt gehen. Allerdings kannst Du hier ebenfalls ähnliche Kooperationen eingehen, beispielsweise mit Herstellern von Dachfenstern oder anderen Materialien.

Versicherungen

Ein oft unterschätzter Kooperationspartner sind Gebäudeversicherungen. Es gibt zwei Formen der Zusammenarbeit:

  • Offene Kooperation: Du stehst auf einer Empfehlungsliste der Versicherung. Wenn Versicherte Handwerker*innen benötigen, werden sie auf Dich hingewiesen. Eine Auftragsgarantie gibt es nicht – aber die Empfehlung ist wertvoll.
  • Kooperationsvertrag: Hier ist die Versicherung direkt Dein Auftraggeber. Das bedeutet verlässliche Aufträge, aber auch höhere Anforderungen: schnelle Verfügbarkeit, die Bereitschaft, Schäden einzuschätzen, und ein gewisses Maß an Kapazität. Diese Form eignet sich eher für etablierte Betriebe mit größeren Kapazitäten und weniger für Einzelunternehmer*innen.

Der beste Einstieg: Sprich die lokale Versicherungsvertretung direkt an und frag nach den Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. Wichtig ist, dass die Versicherung auch Gebäudeversicherungen anbietet.

Empfehlungen und Bewertungen: Deine zufriedenen Kund*innen sind Dein bestes Marketing

Mundpropaganda ist nach wie vor eines der wirksamsten Mittel, um neue Kund*innen zu gewinnen. Wer gute Arbeit leistet, sollte aktiv darum bitten, weiterempfohlen zu werden. Das klingt selbstverständlich – geht im Alltag aber oft unter.

Bitte zufriedene Kund*innen gezielt um eine Bewertung bei Google. Positive Rezensionen stärken Deine Sichtbarkeit in der lokalen Suche erheblich und helfen anderen, sich für Dich zu entscheiden. Hinterlasse eine Visitenkarte oder einen Flyer – nicht als Werbung, sondern als kleine Erinnerung, falls jemand im Bekanntenkreis Hilfe braucht.

Flyer, Plakate und Banner: Sichtbar werden in Deiner Region

Printmedien sind im digitalen Zeitalter nicht tot – gerade in lokalen Märkten können Plakate und Flyer sehr wirksam sein, wenn sie richtig eingesetzt werden.

Plakate und Banner

Plakatierung in der Region ist ein gutes Mittel, um sichtbar zu werden. Der Streuverlust ist durchaus hoch, denn Du erreichst auch viele Menschen, die aktuell keine handwerkliche Unterstützung brauchen. Aber Sichtbarkeit zahlt auf Bekanntheit ein. Heißt ganz einfach: Wenn tatsächlich Bedarf da ist, kommen Menschen direkt auf Dich zu oder erkennen Deinen Namen bei einer Suche wieder.

Informiere Dich bei Deiner Stadt oder Gemeinde über verfügbare Werbeplätze – direkt gemietete Flächen sind oft günstiger als über externe Vermarkter. Wichtig: Das Motiv muss auffallen. Ein lieblos gestaltetes Plakat verpufft – ein professionelles Design macht neugierig.

Flyer auslegen

Flyer im Briefkasten werden oft als aufdringlich empfunden, wenn kein konkreter Bedarf besteht. Besser: Lege Flyer an Orten aus, wo sich Deine Zielgruppe bewegt – in Cafés, lokalen Geschäften, Kultureinrichtungen oder Wartebereichen. Viele dieser Orte bieten entsprechende Aufstellmöglichkeiten an.

Gemeindezeitung

Sie landet zielsicher in jedem Briefkasten und die Leute vertrauen ihr: Wenn es in Deiner Region noch eine oder mehrere Gemeindezeitungen gibt, dann lohnt es sich, ein wenig Geld für eine Anzeige oder ein Advertorial in die Hand zu nehmen. In der Regel ist die Auflage nicht groß, daher sind die Preise für Anzeigen geringer als bei größeren Blättern.

Mein Tipp: Flyer, Plakate und Anzeigen nur mit klarer Botschaft! Außerdem sollte das Design einfach zu verstehen und ansprechend sein. Printerzeugnisse bieten hier aber auch ein kleines Problem: Der Sprung zur Kontaktaufnahme ist etwas größer als online – immerhin ist sie hier nur einen Klick entfernt. Erleichtere Deiner Zielgruppe die Kontaktaufnahme durch einen QR-Code zu Deiner Website und Deine Telefonnummer.

Kooperation mit regionalen Sportvereinen

Eine kreative und oft günstige Möglichkeit, Sichtbarkeit in der Region zu gewinnen: Sponsoring lokaler Sportvereine. Vereine freuen sich über Unterstützung jeder Größenordnung – und im Gegenzug kannst Du Banner im Stadion platzieren, auf Trikots erscheinen oder in Vereinsmaterialien genannt werden.

Das funktioniert manchmal sogar ohne Geldleistung – zum Beispiel durch handwerkliche Unterstützung beim Vereinsgelände. So entstehen oft besonders persönliche Beziehungen, die langfristig mehr wert sind als anonyme Werbung. Denn Du erreichst nicht nur Stadionbesucher*innen, sondern auch Spieler*innen und deren Angehörige, die beim nächsten Bauprojekt sicher direkt an Dich denken.

> Hier erfährst Du mehr zum Thema lokales Marketing.

Bau- und Handwerksmessen: Netzwerken und Präsenz zeigen

Messen für Hausbau und Handwerk finden regelmäßig statt und bieten gleich mehrere Möglichkeiten:

  • Als Aussteller*in auftreten: Aufwändig und oft teuer, aber sehr wirkungsvoll, wenn Du direkten Kontakt zu Endkund*innen und Entscheider*innen suchst. Tatsächlich eignet sich der eigene Messeauftritt aber eher für kleine Handwerksbetriebe mit mehreren Mitarbeitenden als für Soloselbstständige.
  • Werbung auf der Messe schalten: Günstiger als ein eigener Stand – Du kannst z. B. Flyer in Willkommenspakete einlegen oder Banner an strategischen Orten platzieren. Der Vorteil: Du erreichst genau die richtige Zielgruppe.
  • Netzwerken auf der Messe: Geh einfach hin und sprich mit anderen Handwerksbetrieben. Kooperationen entstehen oft so – zum Beispiel mit Gewerken, die Du selbst nicht anbietest und an die Du Aufträge weitergeben oder mit denen Du gemeinsam auf der Baustelle arbeiten kannst.

Deine eigene Website: Das digitale Fundament Deines Auftritts

Ob Privatkund*in oder Gewerbetreibende*r – wer heute eine*n Handwerker*in sucht, googelt. Eine eigene Website ist deshalb kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung. Sie ist oft der erste Eindruck, den potenzielle Kundschaft von Dir bekommen.

Was eine gute Handwerker*innen-Website leisten sollte:

  • Klarer Überblick über Dein Angebot und Deine Leistungen
  • Kontaktinformationen und – wenn möglich – Hinweise zur Verfügbarkeit
  • Referenzprojekte mit Fotos, die Deine Arbeit zeigen
  • Kund*innenstimmen und Bewertungen, die Vertrauen aufbauen
  • Hinweise auf Qualifikationen wie Meisterbrief oder Mitgliedschaften

Eine gut optimierte Website hilft Dir außerdem, dauerhaft kostenlos über Google gefunden zu werden. Wenn Du sinnvoll Content Marketing betreibst und Deine Texte auf relevante Suchbegriffe ausrichtest, sowie Dein Google-My-Business-Profil pflegst, wirst Du in Deiner Region sichtbar – ohne für jeden Klick zu zahlen.

Deine Website muss nicht riesig sein. Aber sie muss professionell wirken und klar kommunizieren, was Du anbietest – und warum Kund*innen sich für Dich entscheiden sollten.

Die wichtigste Ergänzung zu eigenen Website: Google My Business. Der kostenlose Unternehmenseintrag beim Suchmaschinenriesen Google ist ein Muss für alle, die lokal gefunden werden wollen. Möchtest Du für „Tischlerin in der Nähe“ oder „Dachdecker Brandenburg“ gefunden werden, kommst Du um ein Google My Business Profil nicht herum.

Den Eintrag kannst Du einfach und schnell bei Google anlegen. Wichtig ist, dass Du Dein Profil mit Liebe anlegst: Bilder, eine ausführliche Beschreibung mit Angebot, Kontaktdaten und Öffnungszeiten gehören dazu. Auch die Rezensionen, die Kund*innen schreiben, werden hier sichtbar. Im besten Fall pflegst Du diesen Bereich und antwortest auf Bewertungen.

Fazit: Strategie schlägt Zufall

Aufträge kommen selten von allein – aber mit den richtigen Maßnahmen musst Du auch nicht auf den Zufall vertrauen. Die Kombination aus aktiven Maßnahmen – Ausschreibungen, direkte Ansprache, Netzwerke – und passiven Kanälen – Website, Plakate, Empfehlungen – ist langfristig die wirkungsvollste Strategie.

Marketing im Handwerk: Womit solltest Du anfangen?

Fang mit den Maßnahmen an, die dir am meisten liegen – und bau von dort aus. Wer seine Region kennt und versteht, wer seine Zielgruppe ist, hat bereits den entscheidenden Vorteil.

Pack die Maßnahmen am besten in konkrete und schaffbare Pakete. Nimm Dir für jede Woche ein Thema vor, das Du angehen möchtest. Starte am besten mit Einträgen in Online-Plattformen und mit Deinem Google My Business Konto. Diese Dinge sind einfach und schnell erledigt und wirken schon im Hintergrund, während Du Themen wie Ausschreibungen, Website und Flyer angehst.

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