30. Mai 2026
Drei Fehler, die Selbstständige auf ihrer Website häufig machen
Eine Website gehört zur Grundausstattung der Selbstständigkeit dazu. Mittlerweile kann sich jede*r schnell und einfach eine entsprechende Seite bauen – mit schnellen Baukästen zusammengeklickt, passt das doch. Gerade Selbstständige ohne viel Website-Erfahrung lassen an dieser Stelle aber Potenzial liegen. Hier erfährst Du, welche drei Fehler ich immer wieder auf den Websites meiner Kund*innen sehe.

1. Sie erzählen zu viel.
Auf einer Website sollen potenzielle Kund*innen oder Partner*innen die wichtigsten Informationen zu Angebot, Preisen, Qualifikation und mehr finden. Im Grunde genommen ist es also gut, wenn Du viel zu erzählen hast und diesen Menschen möglichst viel mitgeben kannst. Doch manchmal ist viel eben auch zu viel. Das ist z. B. der Fall, wenn ich auf Deiner Startseite neben ansprechenden Bildern und einem tollen Design eine Textwüste sehe.
Wenn ich schon beim ersten Besuch auf Deiner Seite komplett von Text erschlagen werde, klicke ich schnell weiter. Und Dir geht es vermutlich bei anderen Websites genauso. Denn wir haben nur eine sehr geringe Aufmerksamkeitsspanne. Besonders bei der Nutzung auf dem Smartphone – wo die Textwüste übrigens nochmal größer wirkt als auf dem Desktop – schreckt viel Text eher ab.
Zu sehen ist das dann an der Bounce Rate – diese Zahl gibt an, wie viele Leute innerhalb weniger Sekunden oder Millisekunden Deine Seite wieder verlassen. Ist diese Zahl bei Dir besonders hoch, solltest Du den Aufbau der entsprechenden Seite überdenken. Denn im besten Fall bleiben Menschen und schauen sich die Startseite genauer an oder springen zu passenden Unterseiten.
Nicht zu viel erzählen: So löst Du das Problem
Wenn auch Du auf Deiner Website sehr viel Text in langen Absätzen hast und gerade auf Deiner Startseite viel erzählst, solltest Du einmal aufräumen und festlegen, welche Informationen wirklich für Deine Zielgruppe wichtig sind. Weiche Textwüsten auf und packe wichtige Informationen in schnell erfassbare Inhalte, wie z. B. Aufzählungen, kürzere Absätze oder auch kleinere farbig hinterlegte Textboxen.
Schau Dir ggf. mit einem Heatmap-Tool an, wie weit Nutzende auf Deiner Seite scrollen. Die Software zeigt Dir farbig an, wie sich Menschen auf Einzelseiten bewegen. Wie weit scrollen sie nach unten? Bewegen sie ihre Maus über den Text oder bestimmte Textstellen? Auf welche Elemente klicken sie?
Damit kannst Du auswerten, welche Informationen viel konsumiert werden und siehst auch ziemlich genau, wie lang Texte sein können.
In Kürze:
- Seite auf hohe Bounce-Rate überprüfen
- Bewegung der Nutzenden auf der Seite mit Heatmaps prüfen
- Texte in wichtige Teile aufteilen
- Inhalte sortieren und ggf. auf Unterseiten verschieben
- Texte so anordnen, dass Menschen sie schnell erfassen können
- Seiten nicht zu lang bauen
2. Sie haben keine nachvollziehbare Seitenstruktur.
Wenn die Startseite voll mit Informationen ist, dann beobachte ich oft auch den zweiten Fehler: Es gibt keine nachvollziehbare Seitenstruktur. Versteh mich nicht falsch: Wenn ich nur wenige Informationen benötige, um einen Überblick über Dein Angebot zu bekommen und Dich zu kontaktieren ist das super und oft reicht das sogar aus. Dann brauchst Du keine weiteren zwanzig Unterseiten.
Anders sieht es aus, wenn Du mit Deinen Inhalten sehr gut über Suchmaschinen gefunden werden möchtest. Denn dann hast Du meist folgendes Problem: Die Startseite enthält sehr viele Informationen und die Suchmaschine weiß nicht, für welche Suchanfrage sie diese Seite eigentlich indexieren soll. Für Deine Preise? Für Dein Angebot? Oder für etwas ganz anderes?
Und auch für Nutzende kann ein Mangel an Struktur wirklich zum Problem werden. Wenn sie sich auf Deiner Website nicht zurechtfinden, springen sie ab und werden keine Kund*innen.
Vermutlich stellst Du Dir jetzt eine wichtige Frage: Ist das für mich überhaupt relevant? Die Antwort ist: Es kommt drauf an. Wichtig ist eine gute Struktur immer. Allerdings kann die, bei wenigen Informationen, auch auf einer Startseite gut abgebildet werden.
Wer
- ein vielfältiges Angebot hat,
- langfristig für verschiedene Suchbegriffe in Suchmaschinen und KI-Chatbots auffindbar sein möchte
- oder bereits eine Seite mit mehreren Unterseiten hat,
sollte auf jeden Fall schauen, dass die Seitenstruktur für Nutzende und Google nachvollziehbar ist.
Nutzende leiten: So geht’s
Schau Dir zuerst an, wie Nutzende sich auf Deiner Seite bewegen. Rufen sie nur die Startseite auf, klicken dann aber nicht auf entsprechende Angebote zur Kontaktaufnahme oder weitere Unterseiten? Das kann schon ein Indikator dafür sein, dass etwas nicht gut läuft. Am besten kannst Du prüfen, wie gut sich jemand auf Deiner Seite zurechtfindet, indem Du eine Person einfach durchklicken lässt. Das kann z. B. ein*e Familienangehörige*r, Freund*in oder Partner*in sein. Wichtig ist nur, dass die Person Deine Website nicht kennt. Stelle ihr verschiedene Aufgaben, wie z. B. dass sie nach der Möglichkeit zur Kontaktaufnahme suchen soll oder Dein Angebot finden soll. Beobachte und notiere, wie sie sich auf der Seite bewegt und welche Probleme sie dabei hat. Das gibt Dir Aufschluss darüber, was Du ändern solltest. Diesen Versuch wiederholst Du am besten mit drei bis fünf Menschen.
Das solltest Du beachten, wenn Du Deine Website-Struktur auf oder umbaust:
- Behandle nur ein Thema auf jeder Seite
- eine Seite für Dein Angebot
- bei mehreren Leistungen räume jeder Leistung eine Unterseite ein
- eine Seite mit Informationen zu Direine Seite zur Kontaktaufnahme
- usw.
- Ordne die einzelnen Seiten sinnvoll in der Navigation und benenne sie aussagekräftig
- Verlinke Seiten sinnvoll untereinander, sodass Du die Nutzenden leiten kannst
Wichtig: Mit einer guten Seitenstruktur tust Du nicht nur etwas für Google sondern in allererster Linie für Deine potenziellen Kund*innen.

3. Sie verwenden keine Keywords.
Deine Website lebt von Inhalten, die für Deine Zielgruppe relevant sind. Wer einfach nur irgendwas ohne Plan auf die Website schreibt, tut sich, bzw. seiner Kund*innenschaft damit allerdings keinen Gefallen. Warum?
Suchmaschinen ordnen Websiteinhalte nach Relevanz für ein Keyword. Ein Keyword kennst Du, denn Du benutzt es selbst sicher mehrfach am Tag. Alles, was Du bei Google eintippst, jede Suchanfrage, ist ein Keyword. Manche sind kürzer und bestehen nur aus einem Wort, andere sind länger und vielleicht sogar ein ganzer Satz.
Wichtig ist, dass Du weißt, welche Keywords Deine Zielgruppe in der Suchmaschine eintippt, um Deine Dienstleistung oder Branche zu finden. Denn nur wenn Du das weißt, kannst Du diese Keywords auf Deiner Seite einbauen. Machst Du das richtig gut, hast Du die Chance, bei Google und anderen Suchmaschinen in den Suchergebnissen aufzutauchen.
Was ich oft sehe: Selbstständige beschreiben ihr Angebot ausführlich – in ihren Worten. Dabei bedenken sie aber nicht, welche Worte die Zielgruppe wählt bzw. in die Suchzeile eintippt. Am Ende haben sie eine wunderschöne Website mit wirklich tollen Inhalten, die aber in keiner Suchmaschine ausgespielt werden. Denn wer nach „Ernährungsberatung Bielefeld“ sucht wird bei Google nicht auf eine Seite stoßen, die „ganzheitliche Begleitung bei Ernährung“ anbietet.
Website nach Keywords optimieren: Das ist wichtig
Bevor Du Inhalte für Deine Website erstellst, solltest Du eine Keyword-Recherche betreiben. Dafür gibt es verschiedene Tools online. Die meisten sind kostenpflichtig, es gibt aber auch kostengünstige oder sogar kostenlose Alternativen. Definiere für Deine Branche und Dein Angebot wichtige Keywords.
Ordne die Keywords Deinen Unterseiten zu. Jede Seite bitte nur für EIN Keyword optimieren. Meisten ranken Seiten dann für mehrere, aber wir konzentrieren uns in der Optimierung auf das wichtigste Keyword. Dabei bitte beachten: Immer auf die korrekte Schreibweise optimieren. Keine Rechtschreibfehler-Optimierungen bitte. Das wirkt unseriös und Google versteht mittlerweile eine Menge. Die Suchmaschine spielt Deine Seite also auch für falsche Schreibweisen problemlos aus, wenn sie gut optimiert ist.
Optimieren: Das Keyword sollte im Text, in Headlines, in der URL, in Alt-Texten zu Bildern, in Meta-Title und Meta-Description vorkommen. Achte darauf, dass das Keyword wirklich überall gut und sinnvoll eingebunden ist.
In Kürze:
- Keywordanalyse durchführen.
- Die wichtigsten Keywords für Dein Angebot definieren.
- Unterseite für Keyword optimieren – inklusive Meta-Daten.
Fazit: Diese Fehler sind vermeidbar
Immer wenn mir einer dieser Fehler oder gleich alle drei auffallen, weiß ich: Diese Probleme lassen sich leicht lösen. Achte darauf, dass Deine Website gut strukturiert ist, relevante Inhalte enthält und Du sie so optimierst, dass sie auch auffindbar ist.
Du hast keine Zeit, Dich mit diesem Thema zu beschäftigen? Ich nehme Dir die Arbeit gerne ab. Vereinbare jetzt Dein kostenloses Erstgespräch und wir schauen, wie Deine Website noch besser werden kann.
